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Was ist Beratung? 

 

 

In Kürze gesagt:

Beratung heißt für mich professionelle Lebensberatung. Den gemeinsamen Weg mit dem Ratsuchenden gestalte ich vor dem Hintergrund zweier Konzeptionen: der Logotherapie / Existenzanalyse (GLE) und der Themenzentrierten Interaktion.
Lebensberatung ist inhaltlich und methodisch von Therapie zu unterscheiden und dies hat auch zur Folge, dass die Kosten bei derzeitiger Rechtslage nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

... und ausführlicher:

Unter Beratung verstehe ich– wie Dr. Christoph Kolbe innerhalb der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse (GLE) am 14.02.2004 in Hannover ausführte - in erster Linie professionelle Lebensberatung. Berater und Ratsuchende/r begeben sich auf einen gemeinsamen Weg, auf dem die Ratsuchenden eine Verbesserung ihrer Befindlichkeit erlangen sollen. In der Regel geht es dabei um die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte und Klärung in Problem- und Entscheidungssituationen. Als Anwendungsfelder kommen z.B. in Betracht: Persönlichkeitsberatung, Konfliktberatung, Krisenintervention, Ehe- bzw. Partnerschaftsberatung, Berufs- und Karriereberatung, Orientierungs- und Sinnkrisen, Sterbebegleitung, Unterstützung der Rehabilitation bei Stress und Krankheit. Lebensberatung ist lösungs-, handlungs- und ressourcenorientiert, sie ermittelt gemeinsam geeignete Sichtweise auf die jeweilige Problemsituation und vermittelt Informationen, Kenntnisse und Methoden. Diese Ziele verfolgt ebenso die Beratungskonzeption der Themenzentrierten Interaktion. Mit diesem Ansatz kommt die Möglichkeit hinzu, die jeweilige Problemstellung unter den kontextbezogenen, sachbezogenen, personbezogenen und interaktionsbezogenen Perspektiven genauer betrachten zu können und diese zu vermitteln. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Gestaltung des Prozesses, in dem die GLOBE-, ES-, ICH-, WIR-Faktoren im Dienste der Problembearbeitung in einer angemessene Balance gehalten werden und in ihrem Aufeinandereinwirken gesehen werden. Auf diese Weise soll ein verlebendigender Lern- und Lebensprozess initiiert werden.

Damit wird deutlich, dass professionelle Lebensberatung von einer Therapiemaßnahme zu unterscheiden ist, bei der Heilung bzw. Linderung von Persönlichkeitsstörungen mit Krankheitswert intendiert ist.

Weiterhin stimme ich mit dem Beratungsverständnis und Berufsethos der Deutschen Gesellschaft für Beratung DGfB überein, wenn es dort heißt:

„Die Beratung wird in persönlicher, sozialer und rechtsstaatlicher Verantwortung ausgeübt und orientiert sich handlungsleitend am Schutz der Menschenwürde und an berufsethischen Standards. Sie unterstützt emanzipatorische Prozesse und Partizipation und deckt Spannungsfelder, Machtverhältnisse, Konflikte und Abhängigkeiten in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen auf. Dabei werden insbesondere auch geschlechts-, generationen- und kulturspezifische Aspekte berücksichtigt. Ratsuchende werden bei der Reflexion von Erfahrungen und Erlebenszusammenhängen unterstützt, was ein Bewusstsein für die persönlichen, zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Anforderungen, Probleme und Konflikte entwickelt. Fragen zur persönlichen Identitätsbildung und zur Entwicklung von Sinnperspektiven finden hier ebenso Platz wie die Bearbeitung konkreter Belastungssituationen. In dem dialogisch gestalteten Prozess, der auf die Entwicklung von Handlungskompetenzen, auf die Klärung, die Be- und Verarbeitung von Emotionen und auf die Veränderung problemverursachender struktureller Verhältnisse gerichtet ist,

  • sollen erreichbare Ziele definiert und reflektierte Entscheidungen gefällt werden,

  • sollen Handlungspläne entworfen werden, die den Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten des Individuums, der Gruppe oder Organisation entsprechen,

  • sollen persönliche, soziale, Organisations- oder Umweltressourcen identifiziert und genutzt werden, um dadurch selbst gesteckte Ziele erreichen oder Aufgaben gerecht werden zu können und

  • soll eine Unterstützung gegeben werden beim Umgang mit nicht behebbaren / auflösbaren Belastungen.

Das Ziel der Beratung ist in der Regel erreicht, wenn die Beratenen Entscheidungen und Problembewältigungswege gefunden haben, die sie bewusst und eigenverantwortlich in ihren Bezügen umsetzen können. Hierzu gehört auch, dass Selbsthilfepotentiale und soziale Ressourcen in lebensweltlichen (Familie, Nachbarschaft, Gemeinwesen und Gesellschaft) und arbeitsweltlichen (Team, Organisation und Institution) Bezügen erschlossen werden.“

Quelle: http://www.dachverband-beratung.de/pa_060711jmt/Dokumente_06.htm v. 18.08.2006

 

 
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