'Die Couch ist zu klein'
Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion
Ruth C. Cohn (geb.1912) studiert, nachdem sie in Berlin und Heidelberg als Jüdin ihre ersten Erfahrungen mit der NS-Bewegung gemacht hat, in Zürich Psychologie. Sie flieht 1941 mit Mann und Tochter nach Nordamerika und arbeitet dort als Pädagogin und Psychoanalytikerin. Durch alte und neue Alltags- und Therapieerfahrungen angestoßen fragt sie sich, wie Erkenntnisse der Psychoanalyse mehr Menschen nützlich werden können und ob Vorurteile und Massenwahn durch psychoanalytisches Wissen vermindert werden können. Sie kommt zu dem Schluss, dass ‚die Couch zu klein’ ist. 1966 gründet sie deshalb in New York WILL: Werkstatt Institut für Lebendiges Lernen und entwickelt die Themenzentrierte Interaktion.
Unter TZI versteht sie ein Leitungs- und Lernverfahren in thematisch arbeitenden Gruppen, bei dem die Aspekte Individuum, Gruppe, Sache, Rahmenbedingungen in ausgewogener Balance Beachtung finden. Ziel ist, dass Menschen in einen sie verlebendigenden Lernprozess gelangen. 1974 kehrt sie nach Europa zurück; seither trifft ihr Konzept auch in Deutschland auf breite Zustimmung.
Nach einer kurzen biographischen Skizze wird Ruth Cohns Modell der TZI an alltäglichen Beispielen erläutert und gemeinsam besprochen.
