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Auslegungen der Schrift


Im Anfang schuf Gott ...
Die sieben Tage der Schöpfung

Mit den Worten "Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde" beginnt die Bibel im ersten Buch Mose. Damit ist kaum der Beginn einer Chronik, gar der Geschichtsschreibung gesetzt, noch der Versuch unternommen, eine wissenschaftliche Erklärung für den Verlauf der Weltentstehung zu bieten. Es handelt sich bei der Schöpfungserzählung um einen theologischen Text, der das Verhältnis von Gott, Welt und Mensch thematisiert.  Walter-Museum-mit_Quelle.jpgDa diese Verse in vielfältiger Beziehung zu anderen Texten der Schrift stehen, wollen wir uns für die Lektüre die notwendige Zeit nehmen (acht Abende):
1                    Im Anfang – den Himmel und die Erde
2                    Der erste Tag – das Licht und die Finsternis
3                    Der zweite Tag – das Firmament als Himmel
4                    Der dritte Tag – Erde und Meer; die Pflanzen aus der Erde
5                    Der vierte Tag – die Leuchten am Firmament des Himmels
6                    Der fünfte Tag – die Fische im Wasser und die Vögel am Himmels
7                    Der sechste Tag – die Landtiere und die Menschen
8                    Der siebte Tag – der Sabbat Interpretationshilfen werden wir aus dem 1934 erschienenen Genesis-Kommentar des westfälischen Rabbiner Benno Jacob erhalten; aber auch andere jüdische (und christliche) Ausleger werden zu Wort kommen.
- Bringen Sie bitte zu den Gesprächsabenden Ihre Bibel mit. -


Sara gebar Abraham in seinem hundertsten Jahr einen Sohn
Die Geburt Isaaks – und Ismaels Zukunft

An Rosch Haschana (Neujahrsfest) wird in der Synagoge aus der Torarolle u.a. das 21. Kapitel aus Bereschit (Genesis) gelesen: Sara und Abraham wird nach langem Warten und Zeiten des zweifelnden Anfragens endlich der verheißene Sohn Isaak geboren, nachdem ihm Jahre vorher bereits durch die Ägypterin Hagar der Sohn Ismael geschenkt wurde. Ismaels Spott über Isaak setzt eine Dynamik in Gang, die – auf Gottes Geheiß – in der Verstoßung Hagars und Ismaels gipfelt. Gott sorgt aber trotzdem für den Erhalt von Sohn und Mutter und kündigt auch Ismael eine große Zukunft an.
Durch Vortrag und im Gespräch wird thematisiert werden, wie klassische Kommentare und der Dortmunder Rabbiner und Exeget Benno Jakob (1862-1945) in seinem Werk zur Genesis dieses Lehrstück verstehen.

 

... da versuchte Gott den Abraham
Die Bindung Isaaks 

„Es geschah nach diesen Begebenheiten, da versuchte der Elohim den Abraham und er sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: hier bin ich!“ (Genesis 22,1)
Mit diesen Worten beginnt eine der interessantesten, aber auch anstößigsten Texte der Bibel. Welch eigenartige Prüfung ist das, die von Abraham anscheinend verlangt, aus Gehorsam gegenüber Gott seinen Sohn als Brandopfer darzubringen? Was ist das für ein Gott, der solch eine Handlung fordert? Wie reagiert Abraham in dieser Extremsituation, wie weit kann bedingungsloser Gottesgehorsam gehen?

Der Text wirft eine Menge von Fragen auf, zu deren Beantwortung die jüdische Tradition befragt werden wird. Neben dem Genesiskommentar des ehemaligen Dortmunder Rabbiners Benno Jacob (1862-1945) wird ein altes Auslegungswerk, der Midrasch Bereschit Rabba, Hilfestellung zum Verstehen geben.

Der Abend wird so gestaltet, dass sich Referatsanteile, gemeinsame Textarbeit und Austausch abwechseln.


Die Zehn Worte

An vier Abenden wird das 'Zehnwort' mit Hilfe des Exodus-Kommentars von Rabbiner Benno Jacob (1862-1945) thematisiert: ER, der Gott Israels, hat SEIN Volk aus Ägypten befreit und schließt mit ihm einen unauflösbaren Bund.
„Warum sind aber die Zehn Worte an den Einzelnen und nicht an das Volk gerichtet?“ wird gefragt. „Weil es der einzelne Mensch ist, der sie übertritt.“ Wird geantwortet.
Was die 'Gebote' im Einzelnen besagen, werden wir mit der Hilfe von Benno Jacob und anderer jüdischer Ausleger zu verstehen suchen. Die Abende werden so gestaltet, dass sich Referatsanteile, gemeinsame Textarbeit und Austausch abwechseln. Bringen Sie dazu bitte wenn möglich eine Bibel mit.


Freiheit oder Götzendienst – Vom Tanz ums goldene Kalb
 

Wird heute vom Tanz ums goldene Kalb gesprochen, ist meist die Gier nach materiellen Gütern gemeint. Der Exodustext (Ex 32) sieht das Problem grundsätzlicher. Hier wird durch die Herstellung des Kalbes und den anschließenden Tanz der Weg des Volkes Israel in die von Gott geschenkte Freiheit verspielt und Befreiung pervertiert: ein golden glänzender Götze wird eingesetzt und verehrt – eine Szene der Geschichte Israels, die antijudaistische Polemik gerne betonte.
In der jüdischen Auslegungstradition wirft der Text eine Menge Fragen auf: Wie kann es kurz nach der Verkündigung der ‚Zehn Gebote’ zu dieser Verirrung kommen? Welche Rolle spielt dabei Aaron? Geben nur die Männer, nicht aber die Frauen ihren Schmuck her? Woher kommt soviel Gold? Auf welche Weise nimmt das ‚Mischvolk’ (Ex 12,38) Einfluss auf das Geschehen? Warum wird gerade ein Kalb gegossen? usw. Beim näheren Hinsehen zeigt der Text verwirrende Aspekte.
Der Kommentar des Dortmunder Rabbiner Benno Jacob (1862-1945) und andere jüdische Auslegungen werden bei einem Verstehen des Textes hilfreich sein. 
 

Leben, Last und Liebe. Gartenerzählungen der Bibel

Seit ein paar Jahren ist ein Trend in unserer Gesellschaft auszumachen, der auf vielfältige Art Menschen anspricht: die Beschäftigung mit Gärten und Parkanlagen. Wir finden in Fülle Gartenliteratur, Gartenreisen, Tage der offenen Gartentür usw. Es scheint nicht abwegig, dahinter u.a. die Sehnsucht nach Ordnung, Schönheit und geschützten Räumen auszumachen.

Ursprung der Gartenvorstellungen ist in unserer Kultur die paradiesische Zeit des Garten Eden. Von ihm handelt eine der zahlreichen Gartenerzählungen, die in der Bibel zu lesen sind. Drei unterschiedliche Thematisierungen sind für diesen Abend ausgewählt: In Eden wird der Mensch zum urteilsfähigen Wesen, jedoch erfährt er nach dem „Sündenfall“ die Konsequenz seines Tuns: Gott legt ihm die Belastung durch die tagtägliche Arbeit und die Schmerzen der Geburt auf. Ganz anders als in den ersten Kapiteln der Bibel hören wir im Buch „Gesang der Gesänge“ vom Garten als dem Ort, an dem sich das verliebte Paar begegnet.
Benno Jacob, ehemaliger Dortmunder Rabbiner und Verfasser eines Genesis-Kommentars, und andere rabbinische Stimmen helfen beim Verständnis dieser Erzählungen.

 

... ich aber sage euch!
Jesu Lehre im rabbinischen Kontext

Gerade die Antithesen der Bergpredigt (Mt 5-7) galten in der Theologiegeschichte und kirchlichen Praxis über Jahrhunderte als Beleg für die Abgrenzung Jesu vom Judentum. Mit diesen Sätze habe Jesus durch seine Autorität das Alte Testament als verbindliche Weisung außer Kraft gesetzt.
Anhand ausgewählter Texte aus der rabbinischen Tradition wird gezeigt, in welcher Weise Jesus (nach Matthäus) mit seinen Zeitgenossen im Gespräch stand.

- einführendes Referat, gemeinsame Textarbeit -

 

 

 

 

 

 

 
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